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Weihnachten ohne Lichterglanz

Herz zeigenStellen Sie sich vor, es ist Weihnachten, es ist in der Früh und die Wohnung ist dunkel. Und wenn die Gastherme mit Strom betrieben ist, ist es zudem kalt. Wasserkocher, Herd und Backofen funktionieren nicht. Auf heiße Getränke und warme Speisen muss verzichtet werden. An Lichterketten ist nicht zu denken. Aber weihnachtliche Stimmung kommt eh nicht auf, denn mal wieder ist der Strom abgesperrt. Wohl dem, der in dieser Zeit Familie oder gute Freunde hat, bei denen er in diesen Tagen willkommen ist.

 

Laut Bundesnetzagentur wurde 2014 knapp 352.000 Haushalten in Deutschland der Strom abgestellt. Das ist eine erneute Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Geht man davon aus, dass in einem Haushalt im Durchschnitt drei Personen leben, so waren hierzulande im vergangenen Jahr etwa eine Million Menschen von Stromsperren betroffen. Ein Großteil von ihnen ist auf Hartz IV angewiesen, doch es trifft auch Menschen mit niedrigen Einkommen oder kleinen Renten.

Die Gründe für die vielen Stromsperren liegen auf der Hand: Die Stromkosten haben sich für Haushaltskunden seit dem Jahr 2002 verdoppelt, Löhne und Gehälter sind im selben Zeitraum kaum gestiegen. Seit Jahren müssen Haushalte mit niedrigem Budget einen relativ hohen Anteil ihres Einkommens für Energie aufwenden. Sie verfügen zudem oft nicht über ausreichend Geld, um energiesparende Geräte zu kaufen, was wiederum den Stromverbrauch erhöht. So kommt es, dass Haushalte, in denen Monat für Monat mit jedem Euro kalkuliert werden muss, rasch finanziell überfordert sind, wenn sie eine Nachzahlungsforderung des Stromanbieters erhalten. Schnell summieren sich so die Stromschulden – mit verheerenden Folgen.

Hinzu kommt, dass Heizkosten nur in „angemessener Höhe“ vom Jobcenter oder Sozialamt beglichen werden, Die Stromkosten müssen komplett aus dem regulären Regelsätzen beglichen werden. Und in diesem sind für Wohnen, Wohninstandhaltung sowie Energiebedarf gerade mal 33,36 Euro vorgesehen.

Und während in Frankreich und Belgien privaten Haushalten im Winter der Strom nicht abgestellt werden darf, zeigt unsere Regierung kein Herz. Statt Menschen zu unterstützen, die ihre Stromrechnung nicht bezahlen können, subventioniert diese lieber Industriebetriebe mit besonders hohem Energieverbrauch. Diese Industrierabatte kosten die Steuerzahlerinnen und -zahler pro Jahr rund fünf Milliarden Euro.

Zeit die „eisige Kälte“ in Deutschland zu überwinden. DIE LINKE fordert eine Absenkung der Stromsteuer und ein Sockel-Tarifmodell für Strompreise, das den Grundpreis abschafft und stattdessen entgeltfreie Grundkontingente einführt. Auf diesem Wege werden Haushalte mit geringem oder durchschnittlichem Verbrauch entlastet und Vielverbraucher belastet. Die ökologische Energiewende, muss und kann auch zu einer sozialen Energiewende werden - mit fairen Strompreisen und ohne Stromsperren!

 

Ilona Küchler Fraktionsvorsitzende DIE LINKE

im Rat der Stadt Wülfrath

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